Landeshauptstadt Stuttgart
Referat Soziales und gesellschaftliche Integration
Gz: SI
GRDrs 242/2019
Stuttgart,
03/26/2019


OMID "Frühe Hilfen für traumatisierte Flüchtlinge" - Zwischenbericht



Mitteilungsvorlage


Vorlage anzurSitzungsartSitzungstermin
Sozial- und GesundheitsausschussKenntnisnahmeöffentlich08.04.2019

Bericht:


Als Maßnahme innerhalb des Pakts für Integration (PIK) fördert die Landeshauptstadt Stuttgart seit 01.01.2018 die Finanzierung und Ausweitung des OMID-Projekts mit einem Volumen von insgesamt 290.000 EUR pro Jahr (vgl. GRDrs 532/2017 „Pakt für Integration - Umsetzung bei der Landeshauptstadt Stuttgart und ergänzende Maßnahmen in den Jahren 2018/2019“). Im selben Zeitraum wird das Projekt in gleicher Höhe vom Caritasverband für Stuttgart e. V. kofinanziert. Finanziert über den diözesanen Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen hatte der Caritasverband für Stuttgart e. V. das OMID-Projekt bereits zum 01.10.2014 ins Leben gerufen und damit eine niedrigschwellige Stabilisierungsmöglichkeit für traumatisierte Geflüchtete unterschiedlichen Alters geschaffen.

Das OMID-Projekt umfasst folgende Schwerpunkte:

· Psychosoziale Versorgung von Geflüchteten, insbesondere derjenigen mit einer Traumafolgestörung,

· Kooperation und Netzwerkbildung mit Institutionen und Fachkräften (sozialarbeiterische, psychologische und medizinische Versorgung, Gemeindepsychiatrische Zentren), um eine schnellere Versorgung von Geflüchteten zu gewährleisten,

· unterstützende Angebote zur Erstversorgung für Traumatisierte,

· seelsorgerische Begleitung,

· frühzeitige Unterstützungsangebote für traumatisierte Geflüchtete vor Ort in den Flüchtlingsunterkünften.

Im Rahmen von OMID bietet qualifiziertes Fachpersonal stabilisierende Einzelgespräche sowie diverse niedrigschwellige Gruppenangebote für geflüchtete Menschen an und leistet hierdurch einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe und Integration. Hierzu gehören beispielsweise Kindergruppen, die das soziale Verhalten von Kindern niederschwellig und regelmäßig trainieren, kunsttherapeutische Angebote für Erwachsene, tanztherapeutische Angebote für Frauen, psychoedukative Frauengruppen sowie Angebote, die Eltern(-teile) gemeinsam mit ihren Kindern in den Blick nehmen.

Da es sich beim OMID-Projekt um ein Angebot der psychosozialen Erstversorgung und
-stabilisierung handelt, zielen die Projektmitarbeitenden in der Regel darauf ab, den Teilnahmezeitraum für einzelne Teilnehmende auf sechs Monate zu begrenzen. So werden lange Wartezeiten für weitere Geflüchtete, die auch Gesprächs- und Stabilisierungsbedarf haben, erfolgreich vermieden.


Das OMID-Projekt konnte im Rahmen des städtischen Doppelhaushaltes 2018/2019 weiterfinanziert und signifikant ausgeweitet werden: Einerseits inhaltlich, da mit mehr Ressourcen weitere zielgruppen- und bedarfsorientierte Angebote geschaffen werden konnten und andererseits räumlich, da der Wirkungsbereich der OMID-Angebote auch auf weitere Gemeinschaftsunterkünfte in der Landeshauptstadt Stuttgart ausgeweitet werden konnte.

Im Zeitraum 01.01.2018 - 31.12.2018 haben in ca. 20 Gemeinschaftsunterkünften verschiedener Träger der Flüchtlingshilfe OMID-Angebote in Form von Einzelgesprächen und Gruppenangeboten stattgefunden. Insgesamt haben mehr als 700 stabilisierende, begleitende und ressourcenstärkende Gespräche mit Geflüchteten stattgefunden (in der Regel erfolgt die Begleitung in Form stabilisierender Einzelgespräche mit einer Person bedarfsorientiert über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten). Im selben Zeitraum haben zudem mehr als 60 offene Gruppenangebote und mehr als 120 geschlossene Gruppenangebote stattgefunden. Insgesamt konnten mehr als 1.300 Teilnahmen an den OMID-Angeboten verzeichnet werden (dabei wird eine Person, wenn sie über einen längeren Zeitraum an einem oder mehreren OMID-Angeboten teilnimmt, auch entsprechend mehrfach gezählt).

Der überwiegende Großteil der Geflüchteten, die an OMID-Maßnahmen teilnehmen, wie auch die beteiligten Fachkräfte berichten fast durchgehend von einer sehr hohen bis hohen Zufriedenheit mit den Angeboten des OMID-Projektes. In einem für viele geflüchtete Menschen nach wie vor sehr volatilen Lebensumfeld, das immer noch durch zahlreiche externe Faktoren wie z. B. das ungewisse Schicksal von Verwandten im Heimatland erheblich beeinträchtigt wird, leistet das OMID-Projekt einen wichtigen Beitrag zur psychischen Stabilisierung geflüchteter Menschen. Die Effekte von OMID greifen insbesondere bei den Teilnehmenden, bei denen eine Anbindung an das Regelsystem beispielsweise in Form einer Therapie aufgrund unterschiedlicher Hürden (noch) nicht möglich ist. Von einer besseren psychischen Verfassung der Teilnehmenden profitieren unmittelbar auch direkte Familienangehörige wie Partner/-in und Kind(er).

Im Sinne der Nachhaltigkeit der bereits erzielten Erfolge und dem weiteren Brückenbau zwecks Anbindung an das reguläre psychosoziale Hilfesystem wird eine Fortführung der Finanzierung des OMID-Projektes im städtischen Doppelhaushalt 2020/2021 in derselben Höhe wie bislang angestrebt.

Beteiligte Stellen

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Vorliegende Anträge/Anfragen

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In Vertretung
Isabel Fezer Bürgermeisterin





1. Maßnahmen und Aktivitäten im Rahmen des OMID-Projektes

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GRDrs 242_2019 Anl. 1 OMID-Maßnahmen.pdf