Beantwortung zur Anfrage
232/2018
Landeshauptstadt Stuttgart Stuttgart,
08/02/2018
Der Oberbürgermeister
GZ:
OB 2018-05
Beantwortung zur Anfrage
Stadträtinnen/Stadträte - Fraktionen
Dr. Schertlen Ralph (STd)
,
Die STAdTISTEN
Datum
07/24/2018
Betreff
25% Bioanteil im Schulessen - wie wird dies kontrolliert?
Anlagen
Text der Anfragen/ der Anträge
Beantwortung/ Stellungnahme:
Vorbemerkung:
Am 21.06.2018 fand ein sogenannter Bieterdialog zum Thema
Umsetzung der Erhöhung des Bioanteils in der Schulverpflegung auf 25 %
statt.
Eingeladen waren alle Bieter, die in der Mittagessensversorgung an den Stuttgarter Ganztagsschulen oder Schülerhäusern bereits tätig sind oder tätig waren. Des Weiteren wurde die Ankündigung des Bieterdialogs im Amtsblatt veröffentlicht.
Vertreter von acht Catering-Unternehmen nahmen an der Veranstaltung teil, Herr Heilek vertrat die Stuttgarter Grundschulen als Geschäftsführender Schulleiter, Herr Passauer das Staatliche Schulamt Stuttgart.
Aus dem Bieterdialog resultierende Vorschläge zur Umsetzung:
a) 25 % Bio gemessen am monetären Gesamtwareneinsatz. Der Caterer entscheidet, welche Waren er in Bioqualität einkauft.
b) Bestimmte Warengruppen sind in Bioqualität.
c) Sechs-Wochen-Speiseplan mit zwei Menülinien („Hauptlinie“, teils fleischhaltig, und vegetarische Linie):
30 Verpflegungstage * 2 Menüs = 60 Menüs
davon müssen 25 %, also 15 Menüs vollständig in Bioqualität
angeboten werden.
d) 25 % der Verpflegungstage pro Schuljahr sind vollständige
Biotage (beide Menülinien).
Dieses Ergebnis wurde dem Unterausschuss Essensversorgung in einer außerordentlichen Sitzung am 18.07.2018 vorgestellt mit der Empfehlung der Verwaltung, den Vorschlag d) weiterzuverfolgen.
Zu den einzelnen Fragen:
Zu 1. Wer kontrolliert die Einhaltung der 25 %?
Die Kontrolle obliegt dem zuständigen Fachamt, also dem Schulverwaltungsamt.
Zu 2. Mit welcher Methode wird das kontrolliert?
Die Caterer reichen die Speisepläne und alle entsprechenden Lieferscheine für den jeweiligen Biotag (siehe Punkt 3) ein.
Zu 3. An was werden die 25 % gemessen?
Die verschiedenen Möglichkeiten sind in der Vorbemerkung aufgelistet. In der Sondersitzung Essensversorgung am 18.07.2018 fand der von der Verwaltung favorisierte Vorschlag d) breite Zustimmung und wird ab der kommenden Ausschreibungsrunde im Herbst 2018 erstmalig umgesetzt.
Vollständige Biotage sind für Kinder wie für Eltern sehr gut „greifbar“ und verständlich. Alle Kinder kommen in den Genuss von Bio, da sowohl die Hauptlinie (nach Standards der DGE idealerweise zweimal Fleisch, einmal Fisch, zweimal vegetarisch) als auch die vegetarische Linie (alternativ an allen Tagen mit Fleisch und Fisch) in 100-prozentiger Bioqualität sind. Die Kontrollierbarkeit ist gegeben.
Umsetzungsmodalitäten:
Die Verpflegungstage mit den meisten Essen sind Montag bis Donnerstag, also rund 156 Tage in rund 39 Schulwochen (jährliche Schwankungen möglich).
25 % von diesen 156 Verpflegungstagen - also 39 Tage - sind vollständige Biotage, beide Menülinien in Bioqualität inkl. Salat, Nachtisch und Snack.
39 vollständige Biotage/Schuljahr entspricht einem vollständigen Biotag/Schulwoche! Der wöchentliche Biotag darf nicht immer am gleichen Wochentag sein. An 15 der 39 schuljährlichen Biotage muss es ein fleischhaltiges Menü geben. Damit soll ausgeschlossen werden, dass die Biotage (aus Kostengründen) immer auf Tage mit vegetarischem Menü gelegt werden.
Zu 4. Was geschieht, wenn festgestellt wird, dass die 25 %-Quote unterschritten ist?
Zunächst erfolgt eine schriftliche Abmahnung des Caterers. Bei mehrmaligem Verstoß kann die fristlose Kündigung erfolgen.
Fritz Kuhn
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