Protokoll: Jugendhilfeausschuss des Gemeinderats der Landeshauptstadt StuttgartNiederschrift Nr.
TOP:
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VerhandlungDrucksache:
853/2020
GZ:
5600-00
Sitzungstermin: 15.03.2021
Sitzungsart: öffentlich
Vorsitz: BMin Fezer
Berichterstattung:Frau Galante-Gottschalk (GesundhA),
Herr Mündörfer (AfSB)
Protokollführung: Frau Kappallo
Betreff: Frühkindliche Bewegungsförderung in Stuttgart - Aktueller Stand und Vorschläge zur Weiterentwicklung

Vorgang: Sozial- und Gesundheitsausschuss vom 14.12.2020, öffentlich, Nr. 157
Ergebnis: Kenntnisnahme
Jugendhilfeausschuss vom 08.02.2021, öffentlich, Nr. 32
Ergebnis: Zurückstellung


Beratungsunterlage ist die gemeinsame Mitteilungsvorlage des Referats Sicherheit, Ordnung und Sport und des Referats Soziales und gesellschaftliche Integration vom 13.10.2020, GRDrs 853/2020.


Bei dieser Vorlage handle es sich um eine gemeinsame Vorlage des Gesundheitsamts und des Amts für Sport und Bewegung, so Frau Galante-Gottschalk. Der methodische Teil des Projekts sei durch das Gesundheitsamt entwickelt worden, für die Umsetzung und die Handlungsempfehlungen sei das Amt für Sport und Bewegung zuständig gewesen. Im weiteren Verlauf stellt Frau Galante-Gottschalk das Projekt gemäß der Vorlage vor. In Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde schlägt die Vorsitzende vor, auf eine detaillierte Einführung von Herrn Mündörfer zu verzichten, da vorausgesetzt werden könne, dass die Vorlage bekannt sei (s. a. SGA NNr. 157 vom 14.12.2020).

Im Verlauf der Aussprache wird die Vorlage durch StR Lazaridis (90/GRÜNE), StRin Ripsam (CDU), Herrn Schulze-Gronemeyer und StRin Meergans (SPD) begrüßt.

Das Hinzuziehen der erweiterten Einschulungsuntersuchung (ESU) um den grobmotorischen Entwicklungsstand von Stuttgarter Kindern zu beleuchten, lobt StR Lazaridis ausdrücklich. Daneben begrüßen er und StR Meergans, dass jährlich über 5.000 Kinder vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst nach der ESU im Rahmen eines Entwicklungsgesprächs mit den Eltern beraten werden. Das seitliche Hin- und Herhüpfen zur Testung der Ganzkörperkoordination als Erweiterung der ESU sieht StR Lazaridis als positiv an. Darüber hinaus interessiert den Stadtrat, wie die Elternarbeit gelinge. Herr Mündörfer erklärt, bei kitafit sei es bisher nicht direkt möglich gewesen, die Eltern anzusprechen. Durch die Aushändigung eines Bewegungspasses an die Eltern gelinge der Austausch.

StRin Ripsam erkundigt sich, wie sich die Ausweitung und Erweiterung der Spielflächen in Stuttgart anlasse, damit die Bewegungs- und Motorikförderung gelinge sowie der Aspekt, den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden. Eine weitere Frage der StRinnen Ripsam und Meergans richtet sich nach den Haushaltsplanberatungen, ob vonseiten der Verwaltung eine Haushaltsvorlage in dieser Thematik geplant sei. Die Maßnahmen wie der minisport-Gutschein sowie der Ausbau der urbanen Bewegungsräume sollten weitergeführt werden, unterrichtet Herr Mündörfer. Auf erneute Nachfrage von StRin Ripsam sagt BMin Fezer zu, eine entsprechende Haushaltsvorlage auf den Weg zu bringen. Herr Mündörfer bestätigt das Ansinnen.

Zum minisport-Gutschein im Wert von 50 € fragt StRin Meergans nach, wie Eltern diesen annehmen und einlösen würden. Die Maßnahme des minisport-Gutscheins laufe aktuell aus, unterrichtet Herr Mündörfer. Ca. 25 % der Gutscheine werden von den Eltern abgerufen, was eine gute Quote bedeute. Er würde sich wünschen, dass das Programm weitergeführt werde.

Die ESU sieht auch Herr Schulze-Gronemeyer als zielführend an, da die Wirksamkeit von Maßnahmen der Bewegungsförderung, wie z. B. kitafit, schwimmfit, minisport-Gutschein oder Stuttgarter Bewegungspass, anhand der Einschulungsuntersuchung überprüft werden könne. Mit den Programmen minisport-Gutschein und kitafit sieht er die Möglichkeit, mit den Vereinen zu kooperieren sowie Anreize für Eltern zu schaffen, sich stärker um die Bewegungsabläufe ihrer Kinder zu kümmern. Seiner Meinung nach sollten die Schulsporthallen sowie die Schwimmbäder, die aktuell nicht genutzt werden, den Kitakindern zur Verfügung gestellt werden. Er teilt die Ansicht von StRin Ripsam, sozialraumbezogen die Spielflächen zu erweitern. Dazu merkt Herr Mündörfer an, der Ausbau der urbanen Bewegungsräume finde ämterübergreifend mit dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt und mit dem Tiefbauamt statt. Er sehe einer Fortsetzung dieser Maßnahme sehr positiv entgegen. Besonders in der Pandemie wäre es wichtig für Kinder, diese Bewegungsräume vorzuhalten.

Herr Schell berichtet, er sei über den Unterschied bei der körperlichen Aktivität außerhalb der Kita bei Kindern mit Migrationshintergrund und bei Kindern ohne Migrationshintergrund gestolpert. Dazu führt er aus, Migranten würden häufiger Kulturvereine aufsuchen, wobei das Tanzen zu erhöhten Bewegungsumfängen beitrage. Dieser Aspekt könnte bei den erhobenen Daten nicht berücksichtigt worden sein, da er nicht nachgefragt worden ist, meint Herr Schell.

Herr Mündörfer berichtet, das Programm kitafit, das sich seit zehn Jahren als Erfolgsmodell etabliert habe, erreiche rund 400 Kitas aller Träger. Über 1.000 Fachkräfte seien ausgebildet sowie 140 Kooperationen zwischen Kitas und Sportvereinen erreicht worden. Rund 1.500 Kinder erhielten durch das Programm eine zusätzliche Bewegungsstunde, verdeutlicht er. Allerdings bedeute dies auch, dass sich rund 180 Kitas in den letzten zehn Jahren nicht auf den Weg gemacht hätten, um eine Fortbildung zu absolvieren. Er gehe allerdings davon aus, in den nächsten fünf Jahren die restlichen 180 Kitas zu bewegen, kitafit zu etablieren.

BMin Fezer stellt fest:

Der Jugendhilfeausschuss hat von der GRDrs 853/2020 Kenntnis genommen.
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