Antrag
vom
03/24/2010
Nr.
97/2010
Antrag
Stadträtinnen / Stadträte - Fraktionen
Bündnis 90/DIE GRÜNEN-Gemeinderatsfraktion
Betreff
Tarifdschungel lichten – Stuttgart und die Region verbinden
Tarifgestaltung im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS)
Im Bestreben, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für neue Fahrgäste interessant zu machen und damit den motorisierten Individualverkehr und die damit einhergehende Umweltbelastung zu reduzieren, wurde vom Verkehrsausschuss des Verbandes Region Stuttgart die Gültigkeitserweiterung des Kurzstreckentickets in der S-Bahn wieder ins Spiel gebracht.
So wünschenswert das Kurzstreckenticket in der S-Bahn auch ist, in Stuttgart ist die Problemstellung etwas anders gelagert. Einer übersichtlichen Tarifstruktur und einem einfacheren Tarifsystem zuliebe muss das ganze Stadtgebiet Stuttgart zu e i n e r Tarifzone zusammengeführt werden. Die Stadt Stuttgart muss sich hierzu und zu weiteren Fragen der Tarifgestaltung vor dem Fachgespräch des Verbands Region Stuttgart am 16.04.2010 positionieren.
Wir haben in Stuttgart mit der Einführung des Parkraummanagements in Stuttgart-West, der Erhöhung der Parkgebühren und einer stärkeren Überwachung des ruhenden Verkehrs die Attraktivität des ÖPNV indirekt erhöht. Dennoch ist der ÖPNV für viele Autofahrer nach wie vor ein unbekanntes Wesen. Auch die vermehrte Zahl der Strafzettel für falsches Parken führt noch nicht automatisch zur Bereitschaft, den ÖPNV zu nutzen. Wir schlagen deshalb vor, die schriftlichen Verwarnungen („Strafzettel“) für Falschparken mit einer direkten Werbekampagne für den ÖPNV zu verbinden. Unter dem Slogan „Ärgern Sie sich zum letzten Mal über Ihren Strafzettel – Nutzen Sie zukünftig besser den ÖPNV!“ wird Falschparkern die Möglichkeit einer rabattierten ÖPNV-Nutzung geboten. Der verkehrserzieherische Zweck der schriftlichen Verwarnung wird verstärkt und der VVS gewinnt potenzielle Dauerkunden hinzu.
Wir beantragen daher:
1. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik am 30.03.2010 wird als Tagesordnungspunkt die Tariffindung beim VVS aufgenommen.
2. Von einem Vertreter der VVS wird dargestellt, wie die Zusammenlegung der Stuttgarter Tarifzonen erfolgen kann und welche finanziellen Folgen damit verbunden sind.
3. Die Stadt Stuttgart setzt sich im VVS für das „Stuttgart-Ticket“, der Zusammenlegung der Stuttgart Tarifzonen zu einer einzigen, ein.
4. Die Stadt Stuttgart regt gegenüber der VVS an, Autofahrern bei Vorlage einer schriftlichen Verwarnung für Falschparken („Strafzettel“) eine 20-prozentige Ermäßigung auf ein Zeitticket des VVS zu gewähren.
Werner Wölfle Jochen Stopper
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