Landeshauptstadt Stuttgart
Referat Jugend und Bildung
Gz: JB / BIP
GRDrs 494/2023
1. Ergänzung
Stuttgart,
11/29/2023



Haushalt 2024/2025

Unterlage für die 2. Lesung des Verwaltungsausschuss zur nichtöffentlichen Behandlung am 04.12.2024



Neuausrichtung und Erweiterung der Meldestelle für berufsbildende Schulen zu einer Vermittlungs- und Clearingstelle

Beantwortung / Stellungnahme

Die Verwaltung wurde in der 1. Lesung am 15. November (lfd. Nr. 124) gebeten darzustellen, wie sich das Abteilungsbudget der Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft (JB-BiP) zusammensetzt vor dem Hintergrund der Frage, ob zusätzliche Haushaltsmittel für die erweiterte Erprobungsphase der „Neuausrichtung der Meldestelle für berufsbildende Schulen zu einer Vermittlungs- und Clearingstelle“ (vgl. GRDrs 494/2023) notwendig sind.

Im Folgenden wird hierzu die Ausgangssituation des kommunalen Bildungsmanagements, die Arbeitsweise der Abteilung Bildungspartnerschaft, das damit verbundene Abteilungsbudget sowie beispielhafte Maßnahmen und Projekte, die in den letzten Jahren aus dem allgemeinen Projektmittelbudget der Abteilung finanziert wurden, dargestellt.

Die Stuttgarter Bildungslandschaft war und ist in den letzten Jahren stark gefordert, da die Krisen, wie die Corona-Pandemie, der Ukrainekrieg und der Fachkräftemangel unmittelbar Auswirkungen auf das Bildungssystem hatten und haben. Auch zeichnen sich viele weitere Entwicklungen ab, mit denen das Bildungssystem umgehen muss. Die Kinder und Jugendlichen in Stuttgart haben verschiedene kulturelle und soziale Bezüge, die ökonomische Ausgangssituation der Familien ist im Stadtgebiet sehr unterschiedlich und viele Elternteile haben selbst nicht das deutsche Bildungssystem durchlaufen und haben weder Zeit noch persönliche Ressourcen, um ihr Kind beim Lernen adäquat zu unterstützen.

In den Hilfesystemen wird zudem eine Zunahme an psychischen Belastungen beobachtet, Kinder und Jugendliche zeigen auffälliges Verhalten und die Grundfertigkeiten bereits im Grundschulalter (vgl. IQB Studie) nehmen zunehmend ab. Das Bildungssystem muss sich damit beschäftigen, wie es sich inklusiv ausrichten kann und wie alle Kinder einen Zugang zu einer qualitätsvollen Bildung erhalten, die sie letztlich zur gesellschaftlichen Teilhabe befähigt. Diese Befähigung nimmt u.a. auch über den bestehenden Fachkräftemangel an Dringlichkeit zu, so dass die Potenziale aller Kinder und Jugendlichen gefördert werden müssen und insbesondere dort angesetzt werden sollte, wo sich riskante Bruchstellen in den Bildungsverläufen abzeichnen. Diese können u.a. auch im Rahmen des kommunalen Bildungsmonitorings nachvollzogen werden.
JB-BiP setzt sich dafür ein, dass es in den kommunalen Bildungslandschaften qualitätsvolle Angebote und stabile Unterstützungsstrukturen gibt. So sollen alle jungen Menschen in ihrer Vielfalt die notwendigen Bildungszugänge erhalten. Es wird dabei ein weit gefasster Bildungsbegriff zu Grunde gelegt, der in gleicher Weise die Bedeutsamkeit von formellen, non-formalen und informellen Bildungsprozessen berücksichtigt. Die Abteilung arbeitet datenbasiert, koordiniert, moderiert und vernetzt. Gemeinsam mit den verantwortlichen Bildungsakteuren arbeitet JB-BiP daran Ansätze, Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln und zu erproben, die den beschriebenen Herausforderungen Rechnung tragen.

Neben festgelegten Handlungsfeldern und beschlossenen Maßnahmen, die von JB-BiP verantwortet und die kontinuierlich umgesetzt und weiterentwickelt werden, wird die Abteilung über das allgemeine Projektmittelbudget dazu befähigt, ad hoc Themen und Herausforderungen aufzugreifen, die unterjährig aufkommen und die im Sinne der Bildungsteilhabe von Kindern und Jugendlichen in Stuttgart eine zügige Bearbeitung und Antwort benötigen. Das allgemeine Projektmittelbudget ermöglicht so flexible Handlungsmöglichkeiten und dient dem Anschub von neuen Ansätzen und Projekten. Innovative Vorhaben können zügig auf den Weg gebracht werden. Diese werden erprobt und über JB-BiP begleitet. Wenn sich Ansätze bzw. Projekte bewähren, die dauerhaft erforderlich und hilfreich sind, werden diese dem Gemeinderat zur Verstetigung vorgeschlagen.

Das allgemeine Projektmittelbudget der Abteilung ist damit ein zentraler Bestandteil einer agilen und krisenfesten Verwaltung, so dass
Darstellung des Abteilungsbudgets von JB-BiP in 2023

Bespielhafte Themenkomplexe und Maßnahmen, die über das allgemeine Projektmittelbudget in den letzten Jahren umgesetzt wurden:


Bisherige Planungen in den Haushaltsjahren 2024 /25

Vorliegende Anträge/Anfragen

-

2141/2023 CDU, 6000/2023 FDP




Isabel Fezer
Bürgermeisterin




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