Landeshauptstadt Stuttgart
Referat Jugend und Bildung
Gz: JB / 51
GRDrs 512/2023
1. Ergänzung
Stuttgart,
11/27/2023



Haushalt 2024/25

Unterlage für die 2. Lesung des Verwaltungsausschuss zur nichtöffentlichen Behandlung am 04.12.2024



Verstetigung von zwei Schulentwicklungsprojekten

Beantwortung / Stellungnahme

Erläuterung zur Maßnahme „SÜD²“ (1. Lesung der Tagesliste lfde. Nr. 257)

Die Verwaltung wird aufgefordert, das Projekt SÜD ² im Kontrast zu Leistungen der Hilfen zur Erziehung, bzw. Einzelmaßnahmen nach § 35 a SGB VIII darzustellen.

SÜD² als Modellprojekt zur Weiterentwicklung von Schulassistenz
Kommunen sind gemäß den Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge dazu aufgefordert, Schulassistenzen weiterzuentwickeln. Nicht nur im Stuttgarter Süden stehen die (beteiligten) Schulen in zunehmendem Maße vor der Anstrengung, Schüler/-innen mit herausforderndem und verhaltensoriginellem Verhalten einen entsprechenden Rahmen zu bieten. Die bislang durch die Hilfen zur Erziehung dazu angebotene individuelle Schulbegleitung haben an verschiedenen Stellen Nachteile, auf die mit dem Projekt SÜD ² reagiert wurde. Das Projekt SÜD ² greift die empfohlene Weiterentwicklung modellhaft im Stuttgarter Süden an zwei Standorten, der Lerchenrainschule und der Marienschule, auf.

Lebensweltlich-integrierende Schulentwicklung ersetzt individuelle Hilfe
Das individuelle Vorgehen für eine Hilfe nach § 35a SGBVIII wurde im Projekt SÜD² zugunsten einer präventiven, systemisch ansetzenden und auf die Rahmenbedingungen orientierten Maßnahmenentwicklung ersetzt, um die Ressourcen der Schüler/-innen zu stärken und Schulsituationen (Unterricht, Pause, Ganztag) so zu gestalten, dass Schüler/-innen mit sogenanntem verhaltensoriginellen und herausfordernde Verhalten in ihrer Klasse und Schule gut integriert sind und nicht durch einzelfallbezogene Maßnahmen stigmatisiert werden.

Vor Projektstart hatte der Caritasverband Stuttgart (CVS) folgende individuelle Schulbegleitungen:
Seit Einführung des Projekts wurde an keiner Schule mehr eine individuelle Maßnahme nach § 35a notwendig.
Unterstützt werden die Schüler/-innen über Gruppenangebote, Ad-Hoc-Hilfen und gemeinsam mit den Lehrer/innen werden passgenaue, über die konkrete Situation entwickelte Maßnahmen umgesetzt. Elternarbeit ist als Querschnittsaufgabe bei allen Konzeptbausteinen Standard.

Einsatz eines personell stabilen, multiprofessionellen Teams
In einem multiprofessionellen Team von Fachkräften (Lehrkräfte der Schule, Erzieher-/innen der Ganztagsbetreuung, Schulsozialarbeiter/-in und SÜD²-Fachkräfte) werden durch kontinuierlich abgestimmte Kooperations- und Reflexionsprozesse bedarfsorientierte Gruppen- und Klassenangebote fallunabhängig an und in der jeweiligen Schule entwickelt und umgesetzt. Die handelnden Personen kennen sich, die Zusammenarbeit ist etabliert.

Schnelleres direktes Handeln ist möglich
Die Angebote innerhalb des Projekts SÜD² wirken im Vergleich zu Einzelmaßnahmen nach § 35a SGBVIII stärker integrierend im Lebensumfeld Schule, sie benötigen weniger Vorlaufzeit, sind weniger zeit- und kostenintensiv und mehr Kinder profitieren von dem Einsatz der Fachkräfte. In Zeiten des Fachkräftemangels ist die umgesetzte Fachkräftepoollösung zudem deutlich praktikabler und stärkt an den Schulen die lebensweltliche Integration von Kindern und Jugendlichen, die von Behinderung bedroht sind.

Haltungsänderung aller Beteiligten zur Verantwortungsgemeinschaft
Ein großer Wirkfaktor für den nachhaltigen Erfolg ist die mit dem Projekt einhergehende Haltungsänderung von allen Beteiligten. Es hat sich eine starke Verantwortungsgemeinschaft für die herausfordernden und von seelischer Behinderung bedrohten Jungen und Mädchen an der jeweiligen Schule herausgebildet mit dem Ziel, möglichst alle Schüler*innen an der Schule zu halten und dafür alle Kräfte zu bündeln, die es bereits an der Schule gibt.
Die konstante Kooperation der beteiligten Partner/-innen hat so sehr unterschiedliche Systeme verbunden und zu einer vertrauensvollen und gleichberechtigten Zusammenarbeit der Fachkräfte beigetragen.

Fazit
Die Unterstützung und Stärkung des Systems Schule durch den Fachkräftepool und das enge Zusammenwirken aller Beteiligten im Lebensumfeld Schule erweist sich als weitaus tragfähiger und ist inklusiver ausgestaltet als die direkte Begleitung der Schüler/-innen nach § 35 SGBVIII.

Das System Schule wird durch den Ansatz des Projekt SÜD² hinsichtlich seiner inklusiven Aufgabe, für alle Schüler*innen zugänglich zu sein und Bildung und Teilhabe zu ermöglichen, somit nachhaltig gestärkt.






Vorliegende Anträge/Anfragen

vorliegende Haushaltsanträge siehe Beantwortung/Stellungnahme




Isabel Fezer
Bürgermeisterin




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