Antrag vom 07/04/2008
Nr. 264/2008

Antrag
Stadträtinnen / Stadträte - Fraktionen

Ripsam Iris (CDU), Wahl Dieter (CDU), Schmid Roland (CDU), Metke Christina (CDU), Hill Philipp (CDU)
Betreff

Zuerst ein Gesamtkonzept und erst dann eine (provisorische) Sperrung der Tübinger Straße

Es liest sich gut: "Keine Autos mehr in der Tübinger Straße zwischen Königstraße und Christophstraße". So hatte es die SPD in einer im Februar d.J. gestellten Anfrage geschrieben. Die Beantwortung dieser Anfrage kam am 4. Juni, welche für die genannte Fraktion gleich Anlass war, mit einem Antrag (Nr. 234/2008) die provisorische Sperrung der Tübinger Straße zwischen Christoph- und Königstraße zu beantragen. Die SPD-Fraktion im Bezirksbeirat S-Mitte tat das Gleiche.

Dies halten wir für unüberlegt, ja wir halten es für einen "Schnellschuss", der wohl größere Auswirkungen auf den Nachbarstadtbezirk S-Süd hat.

Die SPD hat offensichtlich in der Beantwortung vom 4. Juni zu ihrer Anfrage nicht gelesen "Der hier nicht mehr mögliche KfZ-Verkehr würde überwiegend auf die Tübinger Straße in Richtung Feinstraße und Cottastraße verlagert. Insbesondere im Abschnitt zwischen Sophienstraße und Feinstraße würde die Belastung der Tübinger Straße sehr stark (um ca. 50 %) zunehmen. Die höheren Belastungen Feinstraße in Richtung Österreichischer Platz würden den Verkehrsablauf dort erschweren. Im Verlauf der Immenhofer Straße und Zellerstraße bis zur Neuen Weinsteige wäre mit einer spürbaren Verkehrszunahme zu rechnen."

Daran ändert sich auch nichts, wenn die Tübinger Straße in dem genannten Bereich zunächst nur "provisorisch" gesperrt würde.

Im Grunde sind auch wir dafür, den stadteinwärtigen Bereich der Tübinger Straße aufzuwerten. Eine Sperrung für den KFZ-Verkehr wäre z.B. ein Ansatz, der allerdings hinsichtlich seiner konkreten Auswirkungen zunächst mit Fakten und konkreten Zahlen (neue Verkehrsströme, neue Verkehrsführung, Auswirkungen und Zunahme des Verkehrs in anderen Bereichen, in anderen Straßen, in anderen Stadtbezirken, Anzahl Parkplätze, usw.) bewertet werden müsste. Erst dann würden wir uns im Gegensatz zur SPD in der Lage sehen, Veränderungen in diesem Bereich zu beantragen oder dies nicht zu tun.

Wir sehen hier sogar eine großräumige Betrachtung als erforderlich an und beantragen, dass im Hinblick auf den Doppelhaushalt 2010/2011 die Stadtverwaltung ein Gesamtkonzept vorstellt unter Einbeziehung folgender Straßen und öffentlicher Bereiche:

Dies ist nach unserer Ansicht ein verkehrs- und städtebauliches Gesamtkonzept für diesen Citybereich, für dessen Erarbeitung Zeit benötigt wird und zu dessen Bewertung dann auch konkrete Zahlen z.B. zum KFZ-Verkehr erforderlich sind. Mit provisorischen Maßnahmen erreichen wir nichts. Und schon gar nichts - im Gegenteil - mit nennenswerten Verkehrsverlagerungen in den benachbarten Stadtbezirk. Auch oder gerade deshalb raten wir nicht zu "Schnellschüssen".




Iris Ripsam Dieter Wahl Roland Schmid
Fraktionsvorsitzende stv. Fraktionsvorsitzender




Christina Metke Philipp Hill
stv. Fraktionsvorsitzender