Haushaltsantrag vom 10/18/2005
Nr. 489/2005

Haushaltsantrag
Stadträtinnen / Stadträte - Fraktionen

Küstler Ulrike (DIE LINKE.PDS), DIE LINKE.PDS im Stuttgarter Gemeinderat
Betreff

HH: Förderung des SALZ / Stuttgarter Arbeitslosenzentrum

Förderung des SALZ / Stuttgarter Arbeitslosenzentrums

Die Stadt beteiligt sich an der Finanzierung des SALZ (ergänzend zu DGB und der Gesamtkirchengemeinde) mit jeweils 45.000 Euro im Jahr 2006 und 2007.

Begründung:

Durch die hohe, lang anhaltende Arbeitslosigkeit ist die Konkurrenz um Arbeitsplätze riesig und Tausende von Menschen haben auch in Stuttgart keine Aussicht mehr auf eine existenzsichernde Erwerbsarbeit. Eine moderne Sozialpolitik muss nicht nur dafür sorgen, dass die betroffenen Menschen materiell gesichert werden. Eine moderne Sozialpolitik muss auch ihre Menschenwürde schützen. Sie muss dafür sorgen, dass sie weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und nicht durch Ausgrenzung depressiv oder krank werden.

Es genügt dazu nicht, die einzelnen Menschen als "Fälle" zu behandeln und ihr Überleben auf geringstem Niveau zu sichern. Vielmehr müssen die Eigeninitiative, das Selbstwertgefühl, die Kreativität, die Fähigkeit zu Zusammenarbeit und Kooperation dieser Menschen gestützt oder geweckt werden.

Für diese Aufgabe ist das Salz unverzichtbar. Das Salz bietet mehr als psychosoziale Betreuung und Beratung. Es stärkt das Selbstbewusstsein und die Selbstorganisation. Es hilft bei der Neuorientierung und selbständigen Auffinden von neuen Chancen. Es hat so vielen Menschen geholfen, sich wieder neu am Arbeitsmarkt zu integrieren, und hat vielen geholfen, offen, interessiert, lernfähig, kontaktfähig und lebensstark zu bleiben.

Seit 20 Jahren hat das SALZ als soziokulturelle Einrichtung mit knappsten Mitteln genau diese o.g. Aufgaben erfüllt. Neben der Arbeit der Beschäftigten lebt das SALZ auch durch die ehrenamtliche Arbeit von Erwerbslosen, die vorübergehend oder mehrere Jahre die Arbeit mitgestalten. Das SALZ repräsentiert daher eine sehr moderne Sozialpolitik und ist eine unverzichtbare Ergänzung zu der Arbeit des Jobcenters und verschiedenster Betreuungs- und Wiedereingliederungsveranstaltungen.


Ulrike Küstler