Anfrage vom 01/09/2009
Nr. 2/2009

Anfrage
Stadträtinnen / Stadträte - Fraktionen

Dr. Löffler Reinhard (CDU), Hill Philipp (CDU)
Betreff

Eiszeit bei AWS

Stuttgart erlebt seit Jahren den kältesten Winter. Für viele Menschen bringt die kalte Witterung zusätzliche Erschwernisse, auf die sie sich einstellen können aber auch Überraschungen, mit denen nicht zu rechnen ist. Bei konstanten nächtlichen Minustemperaturen friert der Müll in den Abfalltonnen ein, sofern diese – was häufig der Fall ist – im Freien stehen. Besonders der Biomüll, der regelmäßig Restfeuchtigkeit aufweist, ist davon betroffen. Die AWS löst dieses Problem aus ihrer Sicht pragmatisch. Sie hängt einen Zettel an die Mülltonne mit dem Vermerk: „Leider konnten wir Ihre Tonne nicht leeren! Der Inhalt des Behälters war eingefroren.“ Da sich über die Feiertage die Abholtermine der AWS gestreckt haben, muss der Bürger nun zusätzlich warten, bis es draußen wieder wärmer wird oder er wärmt den Müll bis unmittelbar vor dem Abholen auf Zimmertemperatur auf.

Gleichermaßen gilt für die AWS, dass sie in dieser kalten Jahreszeit mit besonders schwierigen Straßenverhältnissen zurecht kommen muss und die Arbeit schwerlich in der vorgegebenen Zeit erledigen kann. Dass eingefrorener Müll nur mit Aufwand aus der Tonne gelöst werden kann, gehört auch in die Risikosphäre des Abholers. Bislang hat die Verwaltung aber den Bürgern nicht mitgeteilt, auf welche Mindesttemperatur der Müll vorgewärmt sein muss, damit die AWS abholwillig und abholbereit ist.

Wir fragen die Verwaltung:

1. Wie beurteilt die Verwaltung die Risikoverteilung der Dienstleistung „Müllentsorgung“ bei kalter Witterung;

2. Warum erhält der Bürger, wenn der Müll wegen „Vereisung“ nicht abgeholt werden kann, keine kostenfreie Mülltüte, damit er in dieser seinen Müll bis zum nächsten Abholtermin aufbewahren kann;

3. Könnte sich die AWS andere Lösungsmodelle vorstellen, als den Müll einfach nicht mitzunehmen;

4. Wie verhalten sich in diesen Fällen private/ öffentliche Müllentsorger in anderen Städten und wie wird bei anhaltender kalter Witterung weiter verfahren;

5. Wie will die Verwaltung bei dieser Problemstellung die betriebswirtschaftliche Vorgabe zur Pflege der Kundenbeziehung (Customer-Relation-Management) umsetzen?




Dr. Reinhard Löffler Philipp Hill
stv. Fraktionsvorsitzender