Antrag vom 03/15/2000
Nr. 327/2000

Antrag
Stadträtinnen / Stadträte - Fraktionen

Dr. Löffler Reinhard (CDU), Hill Philipp (CDU)
Betreff

Etablierung einer CIO-Funktion in der Stadtverwaltung

Die Verwaltung untersucht die Möglichkeit, die IT-Strategie der Stadtverwaltung in die Verantwortung eines Chief Information Officer (CIO) oder einer CIO-Organisation zu geben. Diese CIO Funktion übernimmt die Planungs-, Kontroll- und Koordinationsaufgaben aller IT-Leistungen und Anwendungen unter dem Aspekt der gesamtstädtischen Ziele. Das Ergebnis ist im Rahmen des Gutachtens von Schitag, Ernst & Young "Informations- und Kommunikationstechnik" zu berücksichtigen.

Begründung:

In der Stadtverwaltung Stuttgart sind verschiedene Organisationseinheiten (Abteilungen IuK, IuK-Innovationswerkstatt, die EDV-Abteilungen in den Fachämtern und die DZ/KDRS für landeseinheitliche Verfahren) damit beschäftigt, IT-Dienstleistungen zu entwickeln, zu be-
treiben und anzubieten. Dabei ist festzustellen, dass hervorragende Arbeit geleistet wird, z.B. Bürgerkiosk Stuttgart, SOLID oder die Einführung von SAP/R3. Es ist aber auch festzu-
stellen, dass es an einer Organisationsform mangelt, die sich um eine einheitliche strate-
gische IT-Rahmenbedingung kümmert mit der Befugnis, eine einheitliche Informationsstruktur nach innen und nach außen durchzusetzen.

Ein einheitliches Informationsmanagement ist in der Stadtverwaltung nicht vorhanden. So wurden beispielsweise in der Stadtverwaltung nicht nur für Internet-Auftritte Verträge mit unterschiedlichen Providern abgeschlossen, sondern die Informationsangebote selbst werden ausschließlich ressort- und ämterbezogen aufgebaut (und damit in Teilen redundant und nicht konsistent). Einzelne Bereiche der Verwaltung sind noch nicht an das städtische Intranet angeschlossen und verfügen somit auch nicht über einen mail-Anschluss Bei den übrigen werden verschiedene mailings betrieben (Lotus, SAP-mail, SMTP-mail). Es fehlt an einem einheitlichen Controlling, Synergien z.B. bei SAP-Anwendungen bei dem Klinikum, der SSB und der Verwaltung gehen verloren, es existiert eine heterogene Netzlandschaft, und auch die Informationsbereitstellung für SOLID durch die Fachämter und dessen Nutzung verläuft nicht mit der notwendigen und erforderlichen Konsequenz.

Eine solch unterschiedliche Vielfalt von IT-Aktivitäten birgt die Gefahr redundanter - nicht unerheblicher - Kosten, führt zu Frustration bei den “usern” und erschwert eine einheitliches Auftreten der Stadtverwaltung nach außen. Aufgaben dieser CIO Organisation könnte sein, die gesamte IT-Landschaft zu vereinheitlichen, Investitionen zu kontrollieren und IT-Zielvor-
gaben zu definieren. Als weitere Aufgaben böte sich an, eine marktpreisorientierte Leistungs-
vorgabe und Ergebniskontrolle, Controlling für Innovation, Entwicklungsbudgets und Projekte, prozess und produktorientiertes Controlling, Benchmarking, Service-Level-Agreements, Teil-
Outsourcing intern oder extern.


CIO-Organisationen haben sich in vielen Wirtschaftsunternehmen etabliert und zur Straffung und Kostensenkung der Informationstechnologie beigetragen. Vergleichbare Vorteile sind auch für die Stadt Stuttgart zu erwarten. Diese CIO-Organisation solle direkt dem OB unterstellt werden.



Dr. R. Löffler P. Hill