Hill Philipp (CDU), Currle Fritz (CDU), Schmid Roland (CDU), Pfau Ursula (CDU)
Betreff
Umweltschutz und Energiegewinnung miteinander verbinden
Abfallvermeidung ist nach wie vor der effektivste Umweltschutz. Doch da wo Abfall unweigerlich entsteht, sollte über umweltschonende Wiederverwertung und Energiegewinnung nachgedacht werden – dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass natürliche Ressourcen geschont und umweltbelastendes Kohlendioxid eingespart wird. Doch alternative Energiequellen stoßen bei ihrer Verfügbarkeit in ausreichender Menge oder bei ihrer Wirtschaftlichkeit häufig an ihre Grenzen der Einsatzfähigkeit.
Die CDU, die sich in ihrem Selbstverständnis der Bewahrung der Schöpfung, sprich dem Umweltschutz, verschrieben hat und dabei die wirtschaftliche Anwendung regenerativer Energien im Auge behält, ist deshalb für die konsequente Weiterverfolgung alternativer bzw. umweltverträglicher Methoden zur Energiegewinnung. Manche Potenziale sind hier bisher sicher nicht in ihrer Gänze erkannt oder technisch nutzbar.
Als eine erfolgsversprechende Methode erscheint die bereits in den achtziger Jahren von dem verstorbenen Tübinger Professor Ernst Bayer entwickelte thermokatalytische Niedertemperaturkonvertierung (NTK) zu sein, wonach aus solar getrocknetem Klärschlamm Öl (evtl. auch Gas) gewonnen werden kann. Jüngste Pilotergebnisse dazu waren erfolgreich.
Wir fragen:
1.) Gibt es in Stuttgart ökologisch-ökonomisch effiziente Konzepte zur Nutzung von Klärschlamm zur Energiegewinnung?
2.) Bestehen Projektkooperationen auf diesem Gebiet mit Umland-Kommunen bzw. Nachbar-Landkreisen?
3.) Wo sieht die Stadt Entwicklungspotenzial zur nachhaltigen Erschließung regenerativer Energiequellen?
4.) Wie beurteilt die Stadt in diesem Zusammenhang den in Bondorf (Kreis Böblingen) dieser Tage getroffenen Zusammenschluss von 32 Landwirten, um eine Biodieselanlage zu bauen, die jährlich 9 Millionen Liter Ökokraftstoff produzieren soll?
5.) Inwieweit könnte das kommunale Projekt in der französischen Stadt Lille nachahmenswert sein, wo zur Verbesserung der Sauberkeit des Stadtverkehrs 2/3 aller öffentlichen Busse mit Biogas fahren, das etwa durch organischen Abfall oder Schlamm von Kläranlagen gewonnen wird (ein Projekt, das im EU-Netzwerk CIVITAS besteht, in dem auch Stuttgart mit dem „Pendlernetz Stuttgart“ positiv registriert ist)?
Philipp Hill Fritz Currle Roland Schmid
stv. Fraktionsvorsitzender