Personalsituation in den Kitas, Krippen und Horten
Personalsituation in den Kitas, Krippen und Horten
Der Gemeinderat hat einen weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung beschlossen. Das ist gut, es erfordert aber auch die Bereitstellung von mehr pädagogischem Personal. Gleichzeitig geht die Ausweitung des Einstein-Konzeptes auf weitere Einrichtungen voran. Die Erfahrungen mit der Einstein-Pädagogik haben inzwischen gezeigt, dass die fachlichen Anforderungen an die Erzieher/-innen deutlich zunehmen und die ihre Belastung steigt. Das Ausbildungsniveau der Erzieher/-innen, die gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit einschließlich der Bezahlung, die personelle Ausstattung und die entsprechenden Gruppengrößen sowie die räumlichen und materiellen Rahmenbedingungen entsprechen in keiner Weise den Anforderungen. Deutlich wird, dass das Einstein-Konzept nachhaltig und flächendeckend nur umsetzbar sein wird unter deutlich verbesserten Rahmenbedingungen.
Kinder aus benachteiligten Familien benötigen besondere Unterstützung, damit sie die gleichen Entwicklungschancen bekommen. Dafür muss in Kindertageseinrichtungen mit vielen Kindern aus benachteiligten Familien beim Personalschlüssel ein Zuschlag gemacht werden.
Stattdessen sinkt durch den TVöD das Gehaltsniveau; in den Kitas gibt es Probleme, Fehlzeiten wegen Urlaubs, Fortbildung und Krankheit auszugleichen, das führt zu weiter steigenden Krankheitsquoten und Burnout, besonders auch bei Leitungen.
Die Besetzung von offenen Stellen und die Gewinnung weiterer Erzieher/-innen erweist sich als schwierig, weil alle Kommunen ihre Kinderbetreuung ausbauen und auf dem Arbeitsmarkt ein Mangel an Erziehern/-innen herrscht und auch, weil der Beruf von dafür geeigneten jungen Leuten als immer weniger attraktiv angesehen wird.
Die neu ausgebildeten Erzieher/-innen suchen sich im Herbst ihre Stelle, deshalb müssen erste Personalgewinnungsmaßnahmen schon vor den Haushaltsberatungen stattfinden!
Ich beantrage daher:
A. einen Bericht an den Gemeinderat über folgende Aspekte:
die Personalsituation in den Krippen, Kitas und Horten, über die Fehlzeiten und wie sie überbrückt werden,
welcher zusätzliche Personalbedarf durch den Ausbau der Kindertagesbetreuung entsteht,
welcher zusätzliche Personalbedarf durch die Ausweitung des Einstein-Konzepts entsteht,
welche Personal- Gewinnungsmaßnahmen das Jugendamt bereits durchführt und weiter plant,
welche Schritte geplant sind, um die Attraktivität der Erzieherausbildung zu steigern.
B. Die Verwaltung macht einen Vorschlag an den Gemeinderat für
die Erhöhung des Personalschlüssels, um die flächendeckende Ausweitung des Einstein-Konzeptes personell und qualitativ sicherzustellen, und
die Bereitstellung von zusätzlichem Personal in Einrichtungen mit einem hohen Anteil an benachteiligten Familien.
C. Folgende Maßnahmen:
die Erhöhung der "bevorrateten" Einstellungen zum Beginn des kommenden Kindergartenjahres auf 30,
dass 20 Prozent der Erzieher/-innen im Gruppendienst unbefristet eingestellt werden.