Stellungnahme zum Antrag
203/2004

Landeshauptstadt Stuttgart Stuttgart, 10/20/2004
Der Oberbürgermeister
GZ: OB 6123-00



Stellungnahme zum Antrag
Stadträtinnen/Stadträte - Fraktionen
    Dr. Eisenmann Susanne (CDU), Barg Stefan (CDU), Schmid Roland (CDU), Uhl Reinhold (CDU)
Datum
    06/16/2004
Betreff
    Nach wie vor dringend: Graffiti-Vandalismus eindämmen
Anlagen
    Text der Anfragen/ der Anträge
Beantwortung/ Stellungnahme:


Anti-Graffiti-Mobil in Pforzheim – eine Initiative von Bürgerverein, Malerinnung und Polizei


1. In der Landeshauptstadt Stuttgart haben in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Initiativen und Maßnahmen dazu beigetragen, dem illegalen Graffiti wirkungsvoll zu begegnen. Dazu zählen:

- Einrichtung einer operative Koordinierungsstelle mit Graffiti-Datei beim Polizeirevier Gutenbergstraße der Landespolizeidirektion Stuttgart II (seit März 1998 – aktuell etwa 12.000 Datensätze)

- Graffiti-Sachbearbeiter bei allen Polizeirevieren

- Präventionsbeamte und Jugendsachbearbeiter der Landespolizeidirektion Stuttgart II als Referenten an den Schulen

- Erarbeitung und Veröffentlichung der Handreichung “Graffiti in der Landeshauptstadt Stuttgart” (wird noch im Oktober 2004 in einer überarbeiteten 3. Auflage von der Landespolizeidirektion Stuttgart II herausgegeben)

- Maßnahmen zur Schadenswiedergutmachung im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs

- Einrichtung einer Graffiti-Hotline sowie Gründung der Arbeitsgruppe Graffiti beim Tiefbauamt der Landeshauptstadt Stuttgart

- Gründung von Sicherheitsbeiräten in allen 23 Stuttgarter Stadtbezirken im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention

- Bemühungen der Gemeinschaftsinitiative Sicheres und Sauberes Stuttgart zur Verhinderung bzw. Eindämmung von illegalen Farbsprühereien (z.B. Initiierung einer Patenschaft für die Botnanger Sporthalle, die von den im Stadtbezirk ansässigen Maler- und Lackiererbetrieben übernommen wurde)

- Schaffung von Freiräumen und Bereitstellung von Freiflächen durch die Stadtverwaltung für die Angehörigen der Graffiti-Szene (z.B. neue “Hall of Fame” unter der König-Karls-Brücke in Bad Cannstatt) 2. Vernetzung zwischen städtischen Ämtern und anderen beteiligten Stellen

- Unterführungen, Brückenbauwerke sowie andere öffentliche Anlagen und Gebäude werden regelmäßig von städtischen Mitarbeitern (Tiefbauamt und Eigenbetrieb Abfallwirtschaft) auf Farbschmierereien kontrolliert. Festgestellte Schäden werden fotografisch gesichert und mit einem Strafantrag dem Polizeirevier Gutenbergstraße übermittelt. - Das Tiefbauamt hat vor vier Jahren eine Graffiti-Hotline unter der Telefon-Nummer 216-7155 eingerichtet. Im Wegweiser der Stadtverwaltung Stuttgart und in regelmäßigen Presseveröffentlichungen wird auf die Hotline hingewiesen, die von den Bürgerinnen und Bürgern auch angenommen wird.

- Eingehende Sachverhalte mit strafrechtlichem Hintergrund (z.B. Sachbeschädigung) werden vom Tiefbauamt in ein Formular aufgenommen und dem Polizeirevier Gutenbergstraße übermittelt.

- Privateigentümer, die sich über die Hotline beim Tiefbauamt melden, werden bislang an die Maler- und Lackiererinnung verwiesen, da die Stadt für die Entfernung von Graffiti an privaten Gebäuden keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen kann. Hier stehen steuerrechtliche wie auch datenschutzrechtliche Gründe entgegen.

- Beispiel: Die im Rahmen einer Ausschreibung von der Stadtverwaltung erlangten Daten – dazu zählen auch Preisangebote – dürfen allein aufgrund datenschutzrechtlicher Vorschriften an Dritte nicht weitergegeben werden. - Die Stuttgarter Straßenbahnen AG und die Deutsche Bahn AG haben teilweise private Wachdienste eingesetzt. Unterirdische Stadtbahnhaltestellen werden von den Wachdiensten regelmäßig in der Zeit von 01:00 Uhr bis 05:00 Uhr bestreift und werden in der betriebsfreien Zeit sogar geschlossen. 3. In der Frage der Realisierung eines Anti-Graffiti-Mobils in der Landeshauptstadt Stuttgart zur kostengünstigen (nicht kostenlosen!) Entfernung von illegalen Farbschmierereien an privaten Gebäuden, konnten unter der Federführung des Fördervereins "Sicheres und Sauberes Stuttgart" e.V. die SBR (Gemeinnützige Gesellschaft für Schulung und berufliche Reintegration mbH), der Haus- und Grundbesitzerverein Stuttgart e.V., die Stuttgarter Maler- und Lackiererinnung sowie die Polizei als Kooperationspartner gewonnen werden.






Dr. Wolfgang Schuster

File Attachment Icon
203-2004 Graffiti 1999-2003.doc