Beantwortung zur Anfrage

234/2003

Landeshauptstadt Stuttgart Stuttgart, 10/13/2003
Der Oberbürgermeister
GZ: OB 8801-02



Beantwortung zur Anfrage
Stadträtinnen/Stadträte - Fraktionen
    Dr. Löffler Reinhard (CDU), Barg Stefan (CDU), Jäger Sonja (CDU), Schmid Roland (CDU), Zaiß Manfred (CDU)
Datum
    09/03/2003
Betreff
    Obstbauberater der Landeshauptstadt
Anlagen
    Text der Anfrage
Beantwortung/ Stellungnahme:
Seite 1
Text der Anfrage


1 Leistungen des Obstbauberaters

Die Obstbauberatung erbringt Leistungen für “Hobbygärtner” , deren Vereine und die Allgemeinheit (ca. 70 % der Gesamtleistungen) sowie für den Erwerbsobstbau (ca. 30 % ).

1.1. Hobbygärtner und Vereine, Allgemeinheit 1.2. Erwerbsobstbau 2 Bedeutung der Beratung, negative Auswirkungen bei Wegfall der Beratungsleistung

Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Obstbauberatung kommt dem Personenkreis zu Gute, der einen Garten nicht aus Rentabilitätsgründen bewirtschaftet, son-dern durch sein “Hobby” einen wertvollen, unentgeltlichen und wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege und zur Ökologie leistet. Mit der Obstbauberatung unter-stützt die Stadt das ehrenamtliche Engagement in den Obst-, Gartenbau- und Kleingärtnervereinen.

Ohne fachlich kompetente Ansprechpartner für die Vereine und Verbände der Hobbygärtner sowie für die Allgemeinheit wären die Auswirkungen bei der Erhaltung der Kulturlandschaft umgehend bemerkbar. Fehlende Schnittunter-weisungen und Anleitungen zur Pflege der landschaftsprägenden und ökolo-gisch wertvollen Streuobstwiesen führen zu einem schleichenden Baumverfall. Wichtiges Ziel der Beratung ist auch, dass die Gartenbesitzer einen ange-messenen Obstertrag erzielen (idR für den Eigenverbrauch), damit sie auf Dauer bereit sind, die Obstkulturen zu erhalten. Eine weitere Verödung der Landschaft mit entsprechenden ökologischen Nachteilen wäre sonst die Folge. Es gilt, durch gezielte Veranstaltungen auch der jüngeren Generation den Wert solcher (Streu-) Obstbestände zu vermitteln und deren Interesse am Erhalt dieser Flächen als Ausgleichs- und Erholungsraum zu wecken.

Die Obstbauberatung hat durch die vielen “Kunden” eine große Breitenwirkung für den praktizierten Umweltschutz bei vergleichsweise geringem Aufwand. Die gezielte Beratung der Hobbygärtner macht den Einsatz von Pestiziden im Haus- und Kleingartenbereich weitgehend überflüssig. Auch bei der Beratung des Er-werbsobstbaus legt die Obstbauberatung auf eine umweltschonende Dünge- und Pflanzenschutzpraxis Wert. Ohne die neutrale Beratung ist dies nicht ge-währleistet. Der Wegfall der Obstbauberatung hätte also auch negative Aus-wirkungen auf die ökologische Landwirtschaft und den Umweltschutz im Allge-meinen in Stuttgart.

Bei einem Wegfall der Obstbauberatung wird eine nicht zu schließende Lücke entstehen. Die Beratungsleistung kann auch nicht einfach von anderen städtischen Dienststellen übernommen werden, da diese den notwendigen Sachverstand erst aufbauen müssten; dann ist es sinnvoller, die Obstbau-beratung in ihrer jetzigen Organisationsform zu belassen. Es gibt in Stuttgart keine privaten Anbieter für diese Beratungsleistungen und auch das Internet (z.B. das “Obst- und Weinbauforum” der LVWO Weinsberg) bietet nur sehr begrenzte Alternativen.

3 Einnahmen; Anhebung der Gebühren für kommerzielle Anbieter

Entgelte wurden 1994 eingeführt und werden für folgende Leistungen der Obstbauberatung erhoben:






Dr. Wolfgang Schuster