Landeshauptstadt Stuttgart Stuttgart, 03/30/2007
Der Oberbürgermeister
GZ: OB 6238 - 02
Beantwortung zur Anfrage
Stadträtinnen/Stadträte - Fraktionen
Uhl Reinhold (CDU), Hill Philipp (CDU), Dr. Löffler Reinhard (CDU), Currle Fritz (CDU)
Datum
02/09/2007
Betreff
„Bei Anruf Licht“ – Straßenbeleuchtung per Handy einschalten
Anlagen
Text der Anfragen/ der Anträge
Beantwortung/ Stellungnahme:
In welchen Straßen in Stuttgart wird die Straßenbeleuchtung nachts nicht eingeschaltet oder stundenweise abgeschaltet?
In Stuttgart werden im Regelfall alle Straßen und Wege nachts ständig beleuchtet.
Nur in sehr wenigen Ausnahmefällen wird die Beleuchtung stundenweise in der Zeit zwischen 1:00 und 6:00 Uhr abgeschaltet. Dies sind vor allem Straßen im anbaufreien Bereich, die nur von Fahrzeugen befahren werden und somit nicht beleuchtet werden müssen.
Auch wenige Fußwege, wie der Neckaruferweg am Max-Eyth-See oder das IGA-Gelände unterhalb der Stresemannstraße, werden aus Gründen des Insektenschutzes und der Energieeinsparung in der Zeit zwischen 1:00 und 6:00 Uhr abgeschaltet.
In welchen Straßen gibt es nur eine Notbeleuchtung?
In Stuttgart gibt es grundsätzlich keine Notbeleuchtung. Nur an wenigen Stellen wird die Beleuchtung aus Gründen der Energieeinsparung und des Insektenschutzes in den späten Abendstunden abgeschaltet. Eine Reduzierung durch Dimmen, die den Eindruck einer Notbeleuchtung erzeugen könnte, gibt es derzeit im Stadtgebiet nicht.
Ist die EnBW technisch in der Lage, das System („Dail4Light“), bei dem per SMS die Straßenbeleuchtung eingeschaltet werden kann, hier umzusetzen?
Technisch ist die EnBW in der Lage, Schaltungen per SMS umzusetzen. Dabei kann das System der Firma „Dial4light“ oder eine andere Technologie eingesetzt werden.
Welche Kosten würden bei einem Versuch wie in Lemgo entstehen?
Bei einem Versuch wie in Lemgo würden für eine Teststrecke je nach Aufwand Kosten in Höhe von 5.000 bis 10.000 € entstehen. Für einen dauerhaften Betrieb ist mit weiteren Folgekosten zu rechnen, die von der eingesetzten Technik und der Anzahl der zu schaltenden Stellen abhängt.
Eine Kostenreduzierung durch Nutzung von SMS-Technik kann nur realisiert werden, wenn man die gesamten beleuchteten Straßen nachts ausschalten würde. In Stuttgart wird derzeit aus Sicherheitsgründen darauf weitestgehend verzicht. Stattdessen setzt die Stadt schon seit Jahren auf den Einsatz effizienter Leuchtmittel.
Die in der Straßenbeleuchtung überwiegend eingesetzten Quecksilberdampf- und Natriumdampflampen sind nicht für kurzzeitige Ein- und Ausschaltvorgänge geeignet, da sie eine Einbrennphase benötigen, d.h. die optimale Helligkeit stellt sich erst nach ca. 3 bis 5 Minuten ein. Je nach Lampentyp wird eine Abkühlphase vor dem Wiederanzünden benötigt. Dies könnte dazu führen, dass nach einer Abschaltung ein Wiedereinschalten erst nach einer Wartezeit von ca. 5 Minuten möglich wäre. Durch häufige Schaltvorgänge ist außerdem mit negativen Auswirkungen auf die Lampenlebensdauer und mit höheren Kosten in der Schadensbeseitigung zu rechnen. Um die „Dial4light“-Technik sinnvoll einzusetzen, wäre deshalb der Umbau der betroffenen Beleuchtungsanlagen auf Leuchtstofflampen notwendig, was sich wiederum auf die Kosten der Betriebsführung deutlich negativ auswirken würde.
Ein besonderes Gefahrenpotenzial entsteht durch die plötzliche Abschaltung der Leuchten nach einer bestimmten Zeit. Angenommen ein nachts unbeleuchteter Weg wird mit SMS-Technologie zeitlich befristet beleuchtet und ein nachfolgender Fußgänger oder Fahrradfahrer wird von einer plötzlichen Abschaltung überrascht, so entsteht ein erhebliches Unfallrisiko. Ohne Berechtigung oder Kenntnis der SMS-Schaltung oder ohne Handy kann die Beleuchtung nicht wieder aktiviert werden.
Da in Stuttgart die Straßenbeleuchtung nachts überwiegend durchgehend betrieben wird, wird eine Schaltung der Straßenbeleuchtung per Handy nicht empfohlen. Aufgrund der derzeitigen überwiegend durchgängigen Betriebszeiten der Straßenbeleuchtung ergibt sich kein Vorteil aus der SMS-Technologie.