Stellungnahme zum Antrag
389/2006

Landeshauptstadt Stuttgart Stuttgart, 01/31/2008
Der Oberbürgermeister
GZ: OB 3506-00



Stellungnahme zum Antrag
Stadträtinnen/Stadträte - Fraktionen
    Sauer Jürgen (CDU), Dr. Löffler Reinhard (CDU), Ripsam Iris (CDU), Hill Philipp (CDU), Vetter Helga (CDU)
Datum
    11/28/2006
Betreff
    Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche
Anlagen
    Text der Anfragen/ der Anträge
Beantwortung/ Stellungnahme:


Wie in der Zwischennachricht zu diesem Antrag vom 26.02.2007 angekündigt, hat die Kulturverwaltung inzwischen mit den in Frage kommenden Institutionen (Orchester, größere und kleinere musikalische Einrichtungen, Staatsoper etc.) Gespräche geführt und diese gründlich ausgewertet. Quintessenz der Gespräche ist, dass alle großen Klangkörper in der Stadt und zahlreiche kleinen Institutionen bereits ein umfangreiches Programmangebot für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche anbieten. Die Palette reicht von Orchesterbesuchen über Schlagzeugkonzerte, Sitzkissenkonzerte für Kleinkinder, Workshops mit Brennpunktschulen, Mittagskonzerte mit Vor- und Nachbereitung etc. hin zu Schüler-Musiker-Gesprächen in Schulen. Oberste Priorität bei allen Projekten hat der Aspekt der begleitenden Vermittlung. Dies wurde auch nachdrücklich von allen Vertreterinnen und Vertretern der Institutionen einzig als Erfolg versprechend hervorgehoben.

Dahingegen wurde ein freier Eintritt für Kinder und Jugendliche für wenig zielführend angesehen, da nach Meinung der Vertreterinnen und Vertreter der Institutionen dadurch die Nachfrage nicht gesteigert würde. Zum einen fehlt bei regulären Konzerten bzw. Veranstaltungen die notwendige Vermittlung, zum anderen wird befürchtet, dass durch die Gewährung von freiem Eintritt subjektiv die Wertigkeit der Veranstaltung sinkt. Es sollte zudem die Finanzsituation der Kultureinrichtungen beachtet werden: Weder die von der öffentlichen Hand geförderten Institutionen noch diejenigen, die sich am Markt behaupten müssen, können auf die – wenn auch reduzierten Einnahmen – von Projekten für Kinder und Jugendliche verzichten, insbesondere vor dem Hintergrund, dass diese Projekte teilweise sehr kosten- und arbeitsintensiv sind.


Die beteiligten Institutionen hoben auch den wichtigen Part der Schulen hervor. Der Musikunterricht in den Schulen wurde als einer der zentralen Momente im Hinblick auf eine Identifikation mit der Kultur und insbesondere der Musik angesehen.

Sinnvoll und wünschenswert wäre – so der Tenor bei den beteiligten Institutionen – eine zentrale Anlaufstelle bei der Stadt Stuttgart einzurichten, von wo aus der gesamte Bereich der Kulturpädagogik gebündelt werden sollte und die eine integrierende und vernetzende Funktion wahrnehmen sollte.







Dr. Wolfgang Schuster