Beantwortung zur Anfrage Nr. / Stellungnahme zum Antrag Nr.

240/1999

Landeshauptstadt Stuttgart Stuttgart, 11/11/1999
Der Oberbürgermeister
GZ: OB 7912-01



Beantwortung zur Anfrage
Stadträtinnen/Stadträte - Fraktionen
    CDU-Gemeinderatsfraktion
Datum
    06/21/1999
Betreff
    Brauerei-Museum, Stuttgart-Vaihingen
Anlagen
    Text der Anfragen/ der Anträge
Beantwortung/ Stellungnahme:

Das Brauereimuseum wurde 1986 von der Schwaben Bräu Robert Leicht AG gegründet. Nachdem 1996 die Brauerei Dinkelacker und die Schwaben Bräu AG zur Dinkelacker-Schwabenbräu AG fusionierten, wurde die Holding Robert Leicht AG gegründet, die heute auch Eigentümerin des Brauereimuseums ist.

Wie die Holding auf Anfrage mitteilte, sind die Gründe für die zum Jahresende vorgesehene Schließung des Brauereimuseums zum einen das Desinteresse der Brauereien an einer Fortführung der Einrichtung und zum anderen die angesichts der sehr schlechten Gebäudesubstanz ungewöhnlich hohen Betriebskosten von 600.000,- DM jährlich.

Wie die Holding weiter mitteilte, sind sämtliche Exponate des Brauereimuseums, soweit es sich nicht um Leihgaben von früheren Firmenangehörigen oder auch vom Deutschen Museum handelt, bereits an private Institutionen und Personen außerhalb Stuttgarts verkauft.

Wegen der Frage der Einstufung des Brauereimuseums als Kulturdenkmal fand am 15. September 1999 ein Ortstermin mit Innenbesichtigung und Prüfung der Aktenlage durch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg und die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Stuttgart statt. Beide Behörden kamen einvernehmlich zu der Entscheidung, dass es sich bei dem Gebäude mit Kellergeschoß um kein Kulturdenkmal handelt.

Das ursprünglich von dem renommierten Architekturbüro Wittmann und Stahl in Stuttgart entworfene Lagerhaus mit darunter liegendem Eiskeller ist weder in seiner architektonischen Ausformung noch in seinem konstruktivem Aufbau und seinem funktionalen, den Materialfluss veranschaulichenden Charakter soweit überliefert, dass die Denkmaleigenschaft bejaht werden kann. Somit scheiden künstlerische und wissenschaftliche Schutzgründe aus. Der heimatgeschichtliche Grund scheidet ebenso aus, da sich erst in allerjüngster Zeit eine Anhängigkeit an das Brauereimuseum herausbildet, während zu seiner Blütezeit das Interesse daran gering war.



Das im Eigentum der Firma Leicht befindliche und zum Verkauf bestimmte Museumsgut unterliegt nicht dem Denkmalschutz.

Auch das Land, vertreten durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg, hat eine Übernahme oder Förderung des Brauereimuseums wie auch einen Erwerb der Ausstellungsstücke abgelehnt. Damit sind Überlegungen, das Brauereimuseum unter anderen Bedingungen neu entstehen zu lassen, gegenstandslos.

Bei dem angestrebten städtebaulichen Wettbewerb für das gesamte ehemalige Brauereiareal wird das Stadtplanungsamt die Möglichkeiten des Erhalts bzw. der planungsrechtlichen Sicherung der heutigen Museumsräumlichkeiten abschließend prüfen. Gegebenenfalls wird in den Gremien nochmals darüber berichtet werden. Entscheidend wird sein, ob sich ein Investor finden lässt, der bereit ist, die entsprechenden finanziellen Belastungen zu übernehmen.







Dr. Wolfgang Schuster